Schnack von heute & gestern
Phoenixviertler reden viel, wenn der Tag lang und der Kneipenabend ewig ist. Gelegentlich tun sie auch etwas.
Übrigens: Es gibt hier ein paar Leute, die wissen heute schon, was morgen Sache ist (man nennt sie auch die Superphoenixe). 

Historie ist zwar Nebensache, aber die eine oder andere Geschichte von gestern aus dem Viertel haben wir auch.


Müllerei  
Einmal mehr versuchte ein Stadtpolitiker, sich zu profilieren: Er  thematisierte die Ansammlung von Müll und Sperrmüll an einigen Ecken des Phoenixviertels. Der Stadtreinigungssprecher hielt dagegen und klärte über eine eher fragwürdige Taktik der Stadtreinigung auf. Die Müllchaoten werden sich unterdessen durch Taktiken, bunte Informationsblättchen oder miesmachende Presseberichterstattung leider nicht zum Besseren bekehren lassen. Die Redaktion Phoenixviertelzeitung meint erneut: Die "kostenfreie" Sperrmüllabholung wie in früheren Zeiten war noch immer das beste Mittel gegen die Müllerei.

 

 
LKW "blieb stecken"  
LKW-Falle: Ein überlanger 6-achsiger Sattelzug sorgte für einstündige Unterhaltung einer vielköpfigen Schar vor der Kneipe "El Greco". Gegen Mitternacht versuchte der Fahrer des mit Eisenbahnschienen beladenen Kolosses eine Baustelle auf der Hohen Straße per Weg durch das Phoenixviertel zu umgehen. Hatte er schon arge Probleme, an der Ecke Kalischer-/ Eddelbüttelstraße um die Kurve zu kommen, machten die Fahrbahnverschwenkungen auf Höhe der Reinholdstraße so große Probleme, dass die Polizei auf das Manöver aufmerksam wurde. "Nanu, Blaulicht vor der Kneipe, und wir sind nicht beteiligt...?" Die Gäste stürmten heraus und fanden sich fast unter den Rädern des LKW wieder. Immer mehr Publikum kommentierte die Rechts-Links-Schwenks fachkundig, mit denen sich der Berufskraftfahrer zentimetergenau und zentimeterweise vortastete. Immerhin schaffte er es in einer halbstündigen Aktion auch hier noch, doch dann blieb er auf Höhe der Baererstraße endgültig stecken. Und so gab es nur noch das gleichartige Rückwärtsfahrmanöver. Auch das war gegen 0.40 Uhr geschafft, wobei nur ein Aufschrei der Menge den Lenker gerade noch davor bewahrte, einen großen Baum umzufahren.

Fazit: Längere und breitere LKW sollten das Phoenixviertel unbedingt meiden. Von den Problemen wissen übrigens auch die Müllfahrer ein Lied zu singen. Bis zum Eintreffen entsprechender Abschleppwagen und Beseitigung falsch parkender Fahrzeuge gehen diese schon einmal eben zur Frühstückspause und lassen den Müllwagen so lange stehen. Damit ist dann meist kein Vorankommen mehr im gesamten Viertel.

 
Sichere Stromversorgung --- ein Mythos  
So sicher, wie es uns die deutschen Stromkonzerne glauben machen wollen, ist die hiesige Stromversorgung nicht. Am Spätnachmittag des 27. März 2006 schleuderten durch eine Windhose Blechdachteile in eine Hochspannungsleitung am Harburger Hafen. Für rund 10 Stunden ließ dies den ganzen Hamburger Süden dunkel werden.
Auch im Harburger Phoenixviertel wurden daraufhin in den Kneipen Kerzenlichtparties bis zum Wiederanschalten des Stroms gegen 5.10 Uhr am Morgen gefeiert. Die Musik ertönte aus davor aufgestellten Autos, welche auch für die Notbeleuchtung sorgten. Dies ging natürlich nicht ohne röhrendes Laufenlassen der Notstromaggregate. Und so ist in dieser stromlosen Nacht so mancher um seinen Schlaf gekommen.
Zum Glück funktionierten Telefone und Handies. So konnte man über das seltene Erlebnis bis zum Leerwerden des Akkus mit aller Welt plaudern und sich auf diese Weise die fernsehlose Zeit vertreiben. Immerhin war auch die Wasserversorgung durchgehend problemlos. 
Ob es in neun Monaten den lange erwarteten Babyboom geben wird --- wir berichten später.
Wenn auch der "Konsumtempel" Phoenixcenter als eines der wenigen Gebäude durch Notstrom hell erleuchtet war, konnte dort ein Totalverlust der Esswaren in Tiefkühlregalen nicht abgewendet werden.


Der Stromausfall am Spätnachmittag ging einher mit einem seltenen Naturschauspiel über der Phoenix

 
Krass: Parken im Viertel  
Für die Stadtsanierungsplaner wird es eines der wichtigsten Themen sein: Parken im Phoenixviertel. Bislang stehlen sie sich in diesem Punkt aus der Verantwortung (Der Vorschlag, den Parkplatz des Penny-Marktes an der Hohen Straße nachts freizugeben ist bestimmt keine sachdienliche Idee). 
Besonders krass wird im Beckerberg zwischen Baererstraße und Reinholdstraße geparkt, siehe Foto, aufgenommen gegen 16 Uhr. Zwischen dem links und dem rechts geparkten Wagen sind es gerade einmal 1,6 Meter!
Thema "Sicherheit"  
(Un)sicherheit ist ein überweigend rein psychologischer Effekt. Das wissen auch Hamburgs Politiker. Daher startete der damalige CDU-Senat große und von allen Parteien ideell getragene Öffentlichkeitskampagnen, in Form von "HarburgSicher/Sicherheitskonferenz Harburg" (www.harburgsicher.de, übrigens eine private und kommerzielle Initiative mit Sitz der Geschäftsführung in Neumühlens Neubauhäusern direkt am Elbufer) oder laufend, lanciert durch professionelle PublicRelations- Agenturen in den Zeitungen, nach dem Motto: Allein wenn man darüber redet, bringt es mehr Sicherheit.

Tatsächlich ist im Harburger Phoenixviertel nicht eine einzige Streife mehr (und auch nicht weniger) als früher unterwegs. Grund eins: Es ist gar kein Geld für die flächendeckend nötige Zahl Polizeibeamte oder bezirkliche Ordnungskräfte (Phoenixviertler nennen diese liebevoll "Hilfsscherifs") da, Grund zwei: Es gibt im Phoenixviertel sachlich gesehen sehr geringe Sicherheitsgefahren. Zu nächtlicher Zeit entgegenkommende "dunkle Typen" entpuppen sich stets als genau dieselben, die hier am Tage auch unterwegs sind. Außerdem wirkt im Viertel der Zusammenhalt und die Bekanntschaft unter den Bewohnern. Man kennt sich, also werden sich die "Ganoven" zurückhalten.

Ja, aber da sind doch dauernd diese Morde, Raube, Einbrüche, Brandstiftungen, diese Rauschgift-Delikte und diese... Man liest das doch dauernd in den Zeitungen.
Wie viele sind es denn wirklich, verglichen zu denen in anderen Stadtvierteln? Kaum welche und kaum andere, als in jedem anderen durchschnittlichen Wohnviertel Hamburgs auch. Und nicht jede Untat geschieht im Phoenixviertel. Meist stellt man fest, dass sich das Ereignis ganz wo anders abgespielt hat. Harburg ist weitläufig und sogar Wilstorf, wozu der Bereich gezählt wird, ist fünf Mal so groß wie das Phoenixviertel.

Übrigens: Für die Sicherheit im Viertel sorgen effektiv Polizeibeamte und bezirkliche Ordnungskräfte, ausgehend vom
Polizeirevier 46, Lauterbachstraße 7
Polizeinotruf 110, Rettungsnotruf 112,
Beratungen, Wünsche, Tipps...:
Telefon 42865-4610, Fax 428654646,
E-Mail: pk46@polizei.hamburg.de