“Moin!”
Hier lesen Sie das erste Magazin über Leute, Leben, Schnack, Wirtschaft(en), Essen und Trinken, Vereine, Gruppen und Clubs, Politik und Politisieren, ...kurz alles, was das Leben im Phoenixviertel fröhlich macht.
Ich hoffe auf regen Zuspruch, nehme gerne mit freiwilligen, unbezahlten Redakteuren und Informanten Kontakt auf, mit Fotografen, Anregenden und gerne auch Kritikern.

Herzliche Grüße
Werner Möhring




HINWEIS: Die Phoenixviertelzeitung erscheint nicht mehr unter eigener Domain, sondern unter
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Aktuelles in Kürze

Polizei kümmert sich

Der Spielplatz an der Bunatwiete wird in letzter Zeit öfter für den Umschlag und Verkauf von Drogen benutzt. Ausgerechnet hier, wo zwei Kindereinrichtungen und eine Schule in der Nähe sind, probieren Jugendliche aus, wie viel Geld man anderen damit aus der Tasche ziehen kann. Das rief die Polizei auf den Platz, und die entdeckte gleich mehrere Verstecke, darunter ein stillgelegtes Fahrzeug, und beschlagnahmte die Drogen. Bei mehreren "Dealern" fanden die Beamten bezahlte Gelder. Leider verliefen Festnahmen immer wieder mit kurz darauf folgenden Freilassungen wegen unzureichender Haftgründe. Darunter wurde ein dreister Kleinverkäufer gleich an zwei aufeinander folgenden Tagen "erwischt". 
Die Szenerie wirft einmal mehr die Frage auf, ob die Drogen nicht besser gleich durch öffentliche Einrichtungen so preisgünstig verkauft werden sollten, dass sich der "große Deal" nicht mehr lohnt. Mit dieser Methode wurden in anderen europäischen Ländern bereits positive Erfahrungen gemacht, ohne dass der Drogenkonsum erschreckend gewachsen ist. Kluge Menschen geben ihr Geld sowieso für andere schöne Dinge aus...

 

 
Phoenixviertel wird zunehmend verkauft

Für Immobilienfirmen ist die direkte Stadtlage der Häuser im Phoenixviertel schon seit einiger Zeit Investitionen wert. Die "alten" Privatbesitzer der fünfziger Jahre, die sich noch liebevoll mit den Problemen und Wünschen ihrer Mieter auseinandersetzten, sterben aus, oder sie haben nicht die Mittel oder Kräfte, aufwändige Sanierungen auszuführen. Einige wollen sich bis heute nicht dem Trend anschließen, dass Mieten ins unerschwingliche steigen und sparen daher an Fassaden, Treppenhäusern oder der Gestaltung von Innenhöfen. 
Unterdessen geht der "Abverkauf" schleichend voran: In der ersten Hälfte 2019 wurde wieder ein Gebäudeensemble mit 26 Wohnungen in der Reinholdstraße an einen Großinvestor verkauft. Auch ein Wohnhaus mit 12 Wohnungen wurde durch eine bekannte Hamburger Immobilienfirma zu einem Millionenbetrag an einen Privatinvestor vermittelt. Im Jahre 2018 wurden mehrere ältere Häuser in der Eddelbüttelstraße abgerissen. Sie werden durch Neubauten ersetzt.  

 

Helfer entpuppen sich als Diebe

"Dürfen wir Ihnen mal helfen?" Das Angebot, die schwere Einkaufstasche von der Haustür drei Treppen hoch zu tragen, nahm der 78-jährige Senior Hermann M. gerne an. Zwei dunkelhaarige Männer packten also zu. Oben angekommen, seufzte der eine Helfer: "Ich muss mich dringend mal hinsetzen." Er hatte zwei Krücken und ein verbundenes Bein. Nichts ahnend, schloss der Senior die Wohnungstür auf. In diesem Moment bat der andere Helfer darum, er brauche einen Zwanziger in zwei Zehner gewechselt. Als der Senior mit den Scheinen wieder ins Wohnzimmer kam, waren die beiden "Helfer" nicht mehr da. Mitgenommen hatten sie einen Laptop und das Portemonnaie des älteren Herren.


In Nähe des Phoenixviertels findet bislang jedes Jahr das Außenmühlenfest statt. Veranstalter Heiko Hornbacher plante da Ende der 1990er Jahre nun Großes: Um pöbelnde Jugendliche fernzuhalten, sollte sein Fest ähnlich dem Harburger Rathausfest mit einem Zaun umgeben werden. Eine Idee, der das Harburger Bezirksamt nicht so ganz folgen wollte... Und so wurde das Fest seiner Zeit abgesagt. Aber hatte Hornbacher auch einmal an pöbelnde Autofahrer gedacht, die regelmäßig während des Festes das Phoenixviertel zuparken? Zaun ums Phoenixviertel war ihm noch nie eingefallen!

Das hatten sich die Planer so nicht vorgestellt: 22 Millionen für den "Feuervogel" investiert, und nun doch keine Schule der Klassen 1 bis 10. Ist das Konzept infolge der volksentscheidvereitelten Schulreform gescheitert? Auch mit der Kulturisierung des Phoenixviertels scheint es nicht so ganz zu klappen. Kaum jemand nimmt offensichtlich die Angebote des Freizeitzentrums wahr. Statt dessen bildete sich einmal mehr außerhalb des "Feuervogels" eine künstlerisch inspirierte Initiative für mehr Gemeinsamkeit, Kultur und Gesang im Banausenviertel. "Wir wollen der Inselbildung der Kulturen entgegenwirken", planen die Macher. Sie sind voraussichtlich nicht die Ersten, die scheitern.

Es tut sich was bei den Geschäften und Restaurants entlang der Wilstorfer Straße. Man muss nur genauer hinschauen, dann ist das Vorurteil, hier gebe es nur Schmuddelei, gründlich widerlegt. Cafés, Kioske, kleine Restaurants, Spezialitäten- Geschäfte und Kulturvereine mit auf die Anwohner zugeschnittenen Angeboten laden ein, ausprobiert zu werden. Zwar wechseln die Ladenbesitzer noch immer recht häufig, aber im Laufe von zehn Jahren hat sich die Qualität der Angebote und die Aufmachung der Geschäfte durchaus verbessert.

Ein Schornstein hat die Gemüter des Phoenixviertels erregt wie schon lange nichts mehr. Den rechts oben abgebildeten charakteristischen Gummiwerk-Schlot will Firmeninhaber Continental nämlich kräftig stutzen: Zu teuer in der weiteren Unterhaltung. Ein Sturm der Entrüstung von Anwohnern wie Denkmalschützern weht seit der Veröffentlichung des Vorhabens durch Harburg.

 

Gerade einmal drei Gebäude sind von der Grundschule Maretstraße übrig geblieben, alles andere, einschließlich der Turnhalle wurde abgerissen. Hier wurde ein neues Schul- und Kulturzentrum errichtet. Die Baukosten beliefen sich auf rund 22 Mio. Euro. Es nennt sich "Feuervogel" und wurde am 18.November 2010 eingeweiht. Schon zuvor nahmen die Schulkinder die neuen Räumlichkeiten ein.
Die Gestalter der neuen kulturellen Einrichtungen unter Leitung der STEG sind sich sicher: Das Kulturzentrum wird ein Erfolg. Abwarten... Das Freizeitzentrum bietet unter anderem Pädagogischen Mittagstisch, Werkstätten, Tonstudio, Fotolabor, Spiele- und Gruppenräume, einen Stadtteilraum, Beratungsangebote und das "Café Mopsberg".
Leider versprüht das Bauwerk samt seinen Räumen so ungefähr den Charme eines Büroturmes. Der Bau der Schule Maretstraße war schon immer hässlich, aber zuvor nicht so auffallend. Wer einen solchen Zweckbau errichtet, darf jedenfalls den Hauseigentümern des Phoenixviertels nicht architektonische Gleichgültigkeit hinsichtlich fehlender Fensterkreuze an den Fassaden der schönen alten Gründerzeithäuser vorwerfen.

   
Architektonisch nichts Neues: Bauhaus-Stil                Im Hintergrund ist noch der alte Schultrakt


Neu gestaltet wurde der Platz zwischen Kalischerstraße und Bunatwiete. Der Platz wurde im Sommer 2010 mit einem Bürgerfest eingeweiht. Er bildet jetzt mit dem Spielplatz eine Einheit, allerdings nicht gerade zur Freude von Autofahrern... Die müssen nun umständlich darum herumkurven. Wegen (trotz Parkverbotsschild) geparkter Autos ist oft das Abbiegen von der Eddelbüttelstraße nach oben in die Kalischerstraße ziemlich eng. 
Am 8.Oktober 2009 war der zwischen Kalischerstraße und Bunatwiete neu umgestaltete Spiel- und Bolzplatz eingeweiht worden. Der Kinderspielplatz ist in Spielbereiche für unterschiedliche Altersgruppen – mit Kletterfelsen, Matschecke und Hangrutsche – unterteilt und bietet einen Fahrrad- und Rollerrundkurs. Im unteren Bereich schließt der moderne Bolzplatz an. Über ein Jahr hatten Kinder und Jugendliche auf den neuen Platz gewartet: Die Umgestaltung wurde durch unerwartete Fundamentreste im Erdreich verzögert, außerdem waren umfangreichere Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes erforderlich. Die Kosten der gesamten Baumaßnahmen beliefen sich auf etwa eine Million Euro. 

 


Wie ist das Phoenixviertel baulich gewachsen? Ein Beitrag auf der Seite
"Leute, Leben und Wohnen"

 



 


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